Mecklenburg-Vorpommerns Landtag wird disziplinierter – doch eine Partei fällt auf
Lissi StiebitzMehr Störungen im Landesparlament - Mecklenburg-Vorpommerns Landtag wird disziplinierter – doch eine Partei fällt auf
In Mecklenburg-Vorpommerns Landtag hat sich die Disziplin über die Jahre stetig verbessert. Die neuesten Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der offiziellen Rügen seit der Wahl 2021. Dennoch sind einige Parteien weiterhin häufiger von Sanktionen betroffen als andere.
In der aktuellen Legislaturperiode (2021–2026) gab es bisher nur 20 Rügen – deutlich weniger als in den Vorjahren. 2022 und 2023 wurden jeweils nur drei ausgestellt. Seit Beginn dieser Wahlperiode wurde kein Abgeordneter mehr aus einer Sitzung ausgeschlossen.
Die rechtspopulistische AfD erhielt seit 2021 die meisten Rügen (acht). Die SPD hält jedoch den Negativrekord bei unbeantworteten parlamentarischen Anfragen: 112 von 184 blieben ohne Antwort.
Vor Jahrzehnten war der Ton im Parlament noch deutlich rauer. Zwischen 2006 und 2011 gab es 557 Rügen, die meisten davon im Zusammenhang mit der rechtsextremen NPD. In der folgenden Legislaturperiode (2011–2016) sank die Zahl auf 307 – ein Zeichen für eine schrittweise Besserung.
Ein kurzer Anstieg war 2022 zu verzeichnen, als die Rügen von vier auf zehn stiegen. Doch insgesamt bleibt der Trend positiv. Landtagspräsidentin Birgit Hesse betonte die Entwicklung hin zu einer respektvolleren Debattenkultur.
Der Rückgang der Rügen deutet auf ein ruhigeres politisches Klima im Landtag hin. Da es in dieser Legislaturperiode keine Sitzungsausschlüsse gab, wirken die Abgeordneten disziplinierter als in früheren Jahren. Hesse äußerte sich optimistisch, dass sich dieser Trend fortsetzen werde.






