Mercedes-Chef Källenius warnt vor Deutschlands wirtschaftlichem Abstieg und fordert radikale Reformen
Jan StahrMercedes-Chef warnt vor politischem Rechtsruck - Mercedes-Chef Källenius warnt vor Deutschlands wirtschaftlichem Abstieg und fordert radikale Reformen
Mercedes-Chef Ola Källenius warnt vor Deutschlands wirtschaftlichem Niedergang
Der Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz, Ola Källenius, hat eine drastische Warnung vor dem wirtschaftlichen Abschwung der Bundesländer Deutschlands ausgesprochen. Das Land befinde sich seit mehr als einem Jahrzehnt auf dem falschen Weg und riskiere weitere Stagnation sowie politische Instabilität, so Källenius. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Arbeitsproduktivität nahezu stagniert – in den letzten Jahren wuchs sie lediglich um ein Prozent.
Källenius benannte mehrere langfristige Probleme, die die deutsche Wirtschaft belasten. Die einstige Stärke der Arbeitsproduktivität ist seit 2018 zum Erliegen gekommen, während die Bevölkerung schrumpft – allein 2025 wird ein Rückgang um 100.000 Menschen erwartet. Hohe Teilzeitquoten und unzureichende Förderung junger Arbeitnehmer haben die Wirtschaftsleistung zusätzlich geschwächt.
Zwar räumte er ein, dass Teilzeitarbeit legitime Gründe habe, doch mahnte er, dass die Deutschen gemeinsam mehr arbeiten müssten, um die Produktivität zu steigern. Zunehmende staatliche Eingriffe und hohe Lohnkosten, die nicht mehr durch Effizienzgewinne ausgeglichen werden, stellten mittlerweile erhebliche Hindernisse dar.
Der Konzernchef forderte dringende Reformen in der europäischen Industriepolitik. Statt auf Vorschriften und Strafen zu setzen, plädierte er für marktgetriebene Anreize und bessere Investitionen in die Infrastruktur. Ohne Kurswechsel werde weiter Kapital aus Deutschland abfließen – zum Nachteil der wirtschaftlichen Position Europas.
Källenius warnte zudem, dass ein Scheitern der Trendwende rechtspopulistischen Strömungen Auftrieb geben könnte. Wenn sich Produktivität und Wachstum nicht besserten, seien politische Verschiebungen die Folge, so der Manager.
Laut Källenius liegen die Ursachen für Deutschlands wirtschaftliche Schwäche in geringer Produktivität, einer alternden Belegschaft und fehlgeleiteten politischen Weichenstellungen. Er betonte, dass die Anwerbung von Investitionen und die Förderung von Unternehmergeist entscheidend seien, um den Abwärtstrend zu stoppen. Ohne Gegenmaßnahmen bleibe die wirtschaftliche und politische Zukunft des Landes ungewiss.