Miro Schluroff führt Deutschlands Handballer mit Rekordwürfen ins EM-Halbfinale
Albertine Stoll"Bärendruck": Wird EM-Debütant Schluroff zum X-Faktor? - Miro Schluroff führt Deutschlands Handballer mit Rekordwürfen ins EM-Halbfinale
Deutschlands Handball-Team stürmt mit perfekter 4:0-Bilanz durch die Europameisterschaft
Mit einem hart erkämpften 32:30-Sieg gegen Portugal hat die Mannschaft ihre Fans von der ersten Medaille seit einem Jahrzehnt träumen lassen. Ein Spieler sticht dabei als treibende Kraft hinter dem Erfolg besonders hervor: Miro Schluroff.
Seine explosiven Leistungen sorgen sowohl auf als auch neben dem Spielfeld für Furore.
Gegen Portugal zeigte Schluroff einmal mehr seine Klasse. Er feuerte den bis dahin härtesten Wurf des Turniers ab – ein atemberaubendes 134,10 km/h schnelles Geschoss, das die Abwehrspieler machtlos zurückließ. Nationaltrainer Alfred Gislason hob ihn besonders hervor: „Miros Aufgabe ist es, zu werfen. Mit seiner Wucht sieht der Torhüter den Ball nicht einmal.“ Selbst Torwart Andreas Wolff lobte Schluroff dafür, dass er den Angriff der Mannschaft neu belebt und selbst schwierige Chancen aus der zweiten Reihe verwertet habe.
Doch der 25-Jährige ist nicht nur sportlich eine Schlüsselfigur, sondern auch in der Kabine. Seine Teamkollegen beschreiben ihn als natürlichen Unterhalter, der mit seinem Humor die Stimmung hochhält. Trotz der wachsenden Aufmerksamkeit bleibt er bodenständig und spielt seine Rolle für den Erfolg Deutschlands herunter. Abseits des Platzes hat Schluroff seine plötzlich gewonnene Popularität angenommen. Aktiv tauscht er sich mit Fans in den sozialen Medien aus und nutzt seine Reichweite, um das Interesse am Handball zu steigern. Sein zugänglicher Stil macht ihn zum Liebling der Anhänger.
Der Sieg gegen Portugal war nicht makellos – Fehler brachten Deutschland fast die Niederlage ein. Doch die Fähigkeit, selbst unter nicht optimalen Bedingungen zu siegen, hat das Selbstvertrauen vor dem Duell mit Norwegen gestärkt. Gislason weiß, dass seine Mannschaft diesmal von Beginn an konzentrierter auftreten muss. Norwegen, ein körperlich starker und unermüdlicher Gegner, wird keine solchen Schwächen tolerieren.
Nun steht im hochspannenden Halbfinale das Aufeinandertreffen mit Norwegen an. Schluroffs Wurfkraft und Führung werden gegen das für sein aggressives Spiel bekannte Team entscheidend sein. Ein Sieg würde die Mannschaft ihrem ersten EM-Medaillengewinn seit dem Goldtriumph 2014 ein großes Stück näherbringen.