Nel ASA kämpft mit sinkendem Aktienkurs trotz Wasserstoff-Hoffnungen
Hans Jürgen ZobelNel ASA kämpft mit sinkendem Aktienkurs trotz Wasserstoff-Hoffnungen
Nel ASA: Wasserstoffpionier unter Druck – Aktienkurs seit zwei Jahren im Sinkflug
Die Nel ASA, ein führendes Unternehmen im Bereich Wasserstofftechnologie, hat in den vergangenen zwei Jahren einen deutlichen Kursverfall erlebt. Der Rückgang folgt auf schwächere Umsätze im Jahr 2025 und anhaltende Unsicherheiten im Sektor für Wasserstoffausrüstungen. Bis Mitte Januar 2026 war die Aktie von über 5,00 norwegischen Kronen (NOK) Mitte 2024 auf etwa 2,28 NOK gefallen.
Zwar stieg der Kurs im März 2025 kurzzeitig auf über 3,60 NOK – nach einem Schlussstand von 2,76 NOK Ende 2024 –, doch der Aufschwung währte nicht lange. Enttäuschende Umsatzzahlen und Anpassungen in der Produktionskapazität setzten das Unternehmen unter Druck. Zu Beginn des Jahres 2026 notierte die Aktie unter wichtigen langfristigen gleitenden Durchschnitten, was die generellen Schwierigkeiten im Wasserstoffmarkt widerspiegelt.
Trotz der Herausforderungen gibt es in der Branche auch Fortschritte. So betreibt etwa der österreichische Mineralölkonzern OMV am Standort Schwechat die größte industrielle Elektrolyseanlage des Landes, die bis zu 1.500 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produziert. Zudem arbeitet OMV mit dem erneuerbaren Energienunternehmen Masdar zusammen, um die Produktion von grünem Wasserstoff auszubauen. Dennoch reichen diese Entwicklungen nicht aus, um das Vertrauen der Anleger in Nel ASA zu stärken.
Auf internationaler Ebene unterzeichneten 2025 neun Nordsee-Anrainerstaaten, darunter Norwegen, die Hamburger Erklärung. Das Abkommen zielt darauf ab, die Offshore-Produktion von erneuerbarem Wasserstoff zu fördern und die regionale Energieinfrastruktur zu stärken. Bis 2050 soll eine grenzüberschreitende Offshore-Windkapazität von bis zu 100 Gigawatt entstehen – speziell für die industrielle Herstellung von grünem Wasserstoff. Dennoch bleibt der Markt für Wasserstoffinfrastruktur schwach. Hohe Kosten und eine geringe Nachfrage bremsen den Ausbau, während die Prognosen für die Produktionskosten von grünem Wasserstoff steigen statt zu sinken.
Weltweit erreichten die Investitionen in die Energiewende 2025 mit 2,3 Billionen US-Dollar einen Rekordwert. Doch auf Projekte für sauberen Wasserstoff entfielen davon nur 7,3 Milliarden US-Dollar – ein verschwindend geringer Anteil.
Der Aktienkurs von Nel ASA spiegelt weiterhin die übergeordneten Probleme der Wasserstoffbranche wider. Zwar deuten Initiativen wie die Hamburger Erklärung oder das Elektrolyseprojekt von OMV auf langfristiges Potenzial hin, doch hohe Kosten und begrenzte Nachfrage belasten den Markt weiterhin. Die weitere Entwicklung des Unternehmens wird maßgeblich davon abhängen, ob es der Branche in den kommenden Jahren gelingt, diese Hürden zu überwinden.