27 January 2026, 06:40

Neuer Hebammenvertrag in Schleswig-Holstein führt zu massiven Einkommensverlusten und Protesten

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Opposition fordert bessere Bedingungen für Hebammen - Neuer Hebammenvertrag in Schleswig-Holstein führt zu massiven Einkommensverlusten und Protesten

Ein neuer Vertrag für Hebammen in Schleswig-Holstein hat weitreichende Kritik ausgelöst. Eigentlich sollte er die Arbeitsbedingungen verbessern und die Einkommen stabilisieren – doch stattdessen führt er zu finanziellen Verlusten und mehr Bürokratie. Oppositionspolitiker und Branchenvertreter fordern nun dringend Nachbesserungen.

Der seit Kurzem geltende Vertrag hat die Vergütung für viele grundlegende Leistungen gekürzt. Einige Tätigkeiten werden gar nicht mehr erstattet, sodass freiberufliche Hebammen – insbesondere solche, die in Agenturen für Arbeit arbeiten – mit Einkommenseinbußen von mindestens 20 Prozent konfrontiert sind. Christian Dirschauer von der SSW bezeichnete die Lage als das 'genaue Gegenteil' dessen, was versprochen worden sei.

Anke Bertram, Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Hebammenverbandes, forderte eine grundlegende Neubewertung der geburtshilflichen Versorgung. Sie betonte, dass das aktuelle System die entscheidende Rolle von Hebammen vor, während und nach der Geburt nicht ausreichend würdige.

Kritik kommt aus allen politischen Lagern. Birte Pauls von der SPD unterstrich, dass Hebammen ein existenzsicherndes Einkommen benötigten, und warnte, dass weitere Abwanderungen aus dem Beruf die Folgen des sinkenden Geburtenniveaus in Deutschland verschärfen würden. Der ehemalige Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) teilte diese Sorgen und wies auf die massive finanzielle Belastung freiberufliche Hebammen in Agenturen für Arbeit hin.

SPD, FDP und SSW drängen auf Neuverhandlungen. Sie argumentieren, dass der Vertrag ohne fairere Konditionen noch mehr Hebammen aus dem Beruf treiben könnte – ausgerechnet zu einer Zeit, in der ihre Arbeit dringend gebraucht wird.

Bisher hat der neue Hebammenvertrag bei vielen Praktikerinnen die finanzielle Unsicherheit verschärft. Da sich Opposition und Berufsverbände in ihren Reformforderungen einig sind, wächst der Druck auf die Politik, das Abkommen zu überarbeiten. Die Entscheidung wird darüber entscheiden, ob Hebammen ihre unverzichtbare Arbeit fortsetzen können, ohne existenzbedrohende Verluste hinnehmen zu müssen.