Neues EES-System überwacht Reisende im Schengen-Raum mit Biometrie
Lissi StiebitzNeues EES-System überwacht Reisende im Schengen-Raum mit Biometrie
Neues digitales System zur Reisendenüberwachung im Schengen-Raum gestartet
Im gesamten Schengen-Raum ist ein neues digitales System zur Erfassung von Reisenden in Betrieb gegangen. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) zeichnet Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern in Echtzeit mithilfe biometrischer Daten auf. Behörden zufolge soll es die Sicherheit erhöhen und Betrug an den Grenzen verringern.
Das EES ersetzt die bisherige Praxis des manuellen Passstempelns. Stattdessen erfasst es Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdetails und speichert diese in einer zentralen EU-Datenbank. Dadurch können Behörden Identitäten präziser überprüfen und illegale Überaufenthalte leichter erkennen.
Die Schengen-Staaten sind auf wirksame Kontrollen an den Außengrenzen angewiesen, um die Reisefreiheit innerhalb des Raums zu gewährleisten. Das System ergänzt strengere Landgrenzenkontrollen und legt einen besonderen Fokus auf den Luftverkehr. Allein die Flughäfen Nürnberg und Memmingen verzeichnen jährlich über drei Millionen Ein- und Ausreisen im Schengen-Raum. Der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit 4,5 Millionen Passagieren einen Rekord.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte, das EES ermögliche eine zielgenaue Überwachung dort, wo sie am dringendsten benötigt werde. Da das System erst Ende 2024 voll funktionsfähig war, liegen keine Reisendendaten aus dem Jahr 2023 vor.
Ziel des EES ist es, Grenzkontrollen schneller und sicherer zu gestalten. Durch den Einsatz biometrischer Daten verringert es das Risiko von Identitätsbetrug und erfasst Überaufenthalte effizienter. Das System ist nun an allen externen Schengen-Grenzen aktiv.