Olaf Scholz verpasst Weiberfastnacht 2025 wegen politischer Pflichten im Ausland
Albertine StollOlaf Scholz verpasst Weiberfastnacht 2025 wegen politischer Pflichten im Ausland
Bundeskanzler Olaf Scholz pflegt eine langjährige Verbindung zur Karnevalstradition, die in seiner Familie und regionalen Herkunft verwurzelt ist. Geboren am 11. November 1955 – ein Datum, das er als besonders bedeutsam für die Karnevalsfeiern bezeichnet – führt er seine Bindung an das Rheinland auf seine Großmutter aus Andernach zurück. In diesem Jahr werden ihn jedoch amtliche Pflichten davon abhalten, am Weiberfastnacht, dem traditionellen Auftakt der Karnevalsfeiern in Deutschland, teilzunehmen.
Die Verbindung des Kanzlers zum Karneval reicht tief. Seine Wurzeln im Sauerland liegen im ehemaligen Kurfürstentum Köln, einer Region, in der seit Jahrhunderten sowohl Karneval als auch Schützenfeste gefeiert werden. In den letzten hundert Jahren fiel sein Geburtstag dreimal auf den 11. November mit "runden Jahreszahlen" – 1966 (11.11.66), 1977 (11.11.77) und 1988 (11.11.88) –, jedes Mal passend zum symbolischen Beginn der Karnevalssaison.
Weiberfastnacht, der Donnerstag vor Aschermittwoch, markiert den inoffiziellen Start des Straßenkarnevals im Rheinland. Die Tradition entstand im 19. Jahrhundert, insbesondere im ehemaligen Kurfürstentum Köln, das heute zu Nordrhein-Westfalen gehört. Kölner Karnevalsbräuche verbreiteten sich durch Vereine wie das Festordnende Komitee, das 1823 gegründet wurde. Im Sauerland, der Heimatregion von Scholz' Familie, setzte sich der Brauch später durch und vermischte ländlich-katholische Traditionen mit Kölner Einflüssen, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg.
In diesem Jahr wird Scholz die öffentlichen Feiern verpassen. Stattdessen nimmt er an einer nicht öffentlichen Strategieklausur in der Nähe von Brüssel teil, die sich mit der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie befasst. Später am Tag plant er, sich mit Teilen des Bundeskabinetts zu treffen – und dabei ein wenig Karnevalsstimmung in den offiziellen Rahmen zu bringen.
Auch wenn Scholz nicht am öffentlichen Treiben teilnimmt, bleiben seine persönlichen und regionalen Bezüge zum Karneval stark. Die Tradition des Weiberfastnachts blüht im Rheinland und Sauerland weiter, geprägt von jahrhundertealten lokalen Bräuchen. Vorerst liegt sein Fokus auf politischen Pflichten, doch er beabsichtigt, etwas Festtagsatmosphäre in die Regierungsgespräche zu tragen.