01 February 2026, 00:39

Proteste gegen Till Lindemanns Besuch beim Leipziger Opernball

Eine Gruppe von Menschen, darunter Männer und Frauen, marschiert mit Schildern und Transparenten die Straße entlang, mit einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Proteste gegen Till Lindemanns Besuch beim Leipziger Opernball

Till Lindemann, der 62-jährige Frontmann der Band Rammstein, besuchte den Leipziger Opernball als Ehrengast. Seine Anwesenheit löste Proteste vor dem Veranstaltungsort aus – Demonstrantinnen und Demonstranten hielten Schilder hoch und skandierten gegen seine Einladung. Der Streit entzündete sich an früheren Vorwürfen sexualisierter Gewalt, die gegen den Musiker erhoben worden waren.

Die Einladung ging auf den Unternehmer Torsten Fenger zurück, einen Förderer des Balls. Lindemann zählte zu den rund 40 Prominenten, die zur Veranstaltung geladen waren. Die Organisatorin Vivian Honert-Boddin verteidigte die Entscheidung mit dem Hinweis, der Ball schließe niemanden aus, und alle Einnahmen kämen dem Verein Leipzig hilft Kindern zugute.

Widerstand kam von Gruppen wie Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch, Omas gegen Rechts, Achtung, der 8. März kommt! und Frauenkultur. Vor der Oper versammelten sich Protestierende, bliesen Trillerpfeifen und zeigten Transparente. Im Mittelpunkt standen Vorwürfe, die vor zwei Jahren gegen Lindemann erhoben worden waren.

Trotz der Kritik fand die Veranstaltung wie geplant statt. Honert-Boddin betonte erneut die lange Tradition des Balls, offen für alle zu sein, sowie sein karitatives Anliegen. Die Kontroverse beeinträchtigte weder den Ablauf des Abends noch die Spendenaktionen.

Der Leipziger Opernball wurde mit Lindemanns Teilnahme fortgesetzt, während draußen weiter protestiert wurde. Die Organisatoren blieben bei ihrer Haltung zu Offenheit und Wohltätigkeit. Die Erlöse der Veranstaltung fließen in die Unterstützung von Kinderprojekten in der Stadt.