Riester-Rente vor dem Aus: Wie die neue Altersvorsorge Sparer entlasten soll
Hans Jürgen ZobelRiester-Rente vor dem Aus: Wie die neue Altersvorsorge Sparer entlasten soll
Deutschlands private Altersvorsorge steht vor tiefgreifenden Veränderungen, während Politiker über geplante Gebührenobergrenzen streiten. Die größten Kontroversen entzach sich an einem vorgeschlagenen Limit von 1,5 Prozent jährlicher Kosten für Sparverträge. Eine parlamentarische Anhörung am 16. März soll die gegensätzlichen Positionen zur Reform des kränkelnden Riester-Rente-Systems und zur Einführung eines neuen Vorsorgeprodukts ausloten.
Das bestehende Riester-Rente-Modell hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv an Attraktivität verloren. Die Zahl der aktiven Verträge sank von einem Höchststand von 9,5 Millionen im Jahr 2011 auf rund 5 Millionen bis 2023. Kritiker verweisen auf magere Nettorenditen – im Schnitt nur 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr nach Abzug aller Kosten – sowie auf hohe Gebühren, darunter Abschlusskosten von bis zu 7 Prozent und jährliche Verwaltungskosten von 1 bis 2 Prozent. Viele Sparer monieren zudem, dass die staatlichen Zulagen von bis zu 175 Euro pro Jahr die schlechte Performance im Vergleich zu Aktieninvestments nicht ausgleichen.
Die Bundesregierung will die Riester-Rente nun durch ein einfacheres, staatlich gefördertes Altersvorsorge-Sparkonto ersetzen. Das neue Produkt soll höhere Marktrenditen bei geringerer Komplexität bieten. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) signalisierte zwar Unterstützung für Gebührendeckel als Teil der Reform, doch über die genaue Höhe wird noch gerungen.
Verbraucherschützer wie Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip halten die geplanten 1,5 Prozent für immer noch zu hoch. Tenhagen fordert eine Obergrenze von 0,5 Prozent, um Sparer fair zu behandeln. Gleichzeitig drängen Teile der SPD auf eine noch strengere Begrenzung. Befürworter der Reform hoffen zudem, dass niedrigere Gebühren den Wettbewerb unter den Anbietern beleben.
Die Anhörung am 16. März wird die Weichen für die Zukunft der privaten Altersvorsorge in Deutschland stellen. Falls verabschiedet, könnte das neue Sparkonto bessere Renditen und geringere Kosten als das aktuelle System bieten. Die finale Entscheidung über die Gebührenobergrenzen wird maßgeblich darüber entscheiden, wie stark Sparer von der Reform profitieren.