17 January 2026, 13:52

Rostocks HIV-Versorgung am Limit: Warum die Stadt jetzt handeln muss

Ein Teller mit der Aufschrift "AIDS, Krebs und Humanretroviren" und einer bunten Skala unten.

Minister: Einer von fünf HIV-Infizierten ist sich nicht bewusst - Rostocks HIV-Versorgung am Limit: Warum die Stadt jetzt handeln muss

Rostocks Zentrum für sexuelle Gesundheit steht unter wachsendem Druck, da die Nachfrage nach HIV-Dienstleistungen stark steigt. Die Einrichtung, die von einer lokalen AIDS-Hilfeorganisation betrieben wird, bietet Aufklärung, Tests und Unterstützung für Menschen mit HIV. Doch Kürzungen und Personalmangel haben in der gesamten Stadt erhebliche Versorgungslücken hinterlassen.

Im Jahr 2025 verzeichnete das Zentrum einen deutlichen Anstieg der Anfragen nach HIV-bezogenen Leistungen. Doch durch Teilschließungen des Rostocker Gesundheitsamts und die Schließung der landeseigenen Spezialklinik für HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI) ist der Zugang zu diesen Dienstleistungen erschwert worden. Bisher wurde keine verantwortliche Person innerhalb der lokalen Gesundheitsbehörde benannt, die sich mit diesen Defiziten befasst.

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Die Gesundheitsministerin des Landes, Stefanie Drese, betont die Dringlichkeit, undiagnostizierte HIV-Fälle zu bekämpfen. Schätzungsweise eine von fünf infizierten Personen in Mecklenburg-Vorpommern weiß nichts von ihrer Erkrankung. Wie Drese hervorhebt, ermöglicht eine frühe Behandlung Betroffenen eine ähnliche Lebenserwartung wie Menschen ohne das Virus. Im vergangenen Jahr wurden im Land 60 Neuinfektionen mit HIV und fünf AIDS-bedingte Todesfälle registriert. Drese fordert das Rostocker Gesundheitsamt auf, die Personaldecke wieder voll aufzustocken, um Test- und Beratungsangebote wieder regulär anbieten zu können. Ab dem 5. Januar 2026 sollen digitale Schulungen zur Infektionsprävention starten, doch es bedarf sofortiger Maßnahmen, um die aktuellen Lücken zu schließen.

Die Belastung der HIV-Versorgung in Rostock unterstreicht die Notwendigkeit raschen Handelns. Da Tests und Unterstützung eingeschränkt sind, bleibt das Risiko undiagnostizierter Fälle und weiterer Übertragungen hoch. Mit ihrer Forderung nach vollständiger Personalausstattung will Ministerin Drese die Lage stabilisieren, bevor weitere Menschen betroffen sind.