09 January 2026, 16:58

Sanierungsdrama im Bundestag: Marode Gebäude und üble Gerüche durch Planungsfehler

Ein Gebäude mit mehreren Fenstern und sichtbaren Rohren an seiner Fassade.

Nouripour beschwert sich über Geruch im Bundestag - Sanierungsdrama im Bundestag: Marode Gebäude und üble Gerüche durch Planungsfehler

Die Gebäude des Deutschen Bundestags in Berlin leiden unter schweren baulichen Mängeln – zwei Drittel benötigen in den nächsten zwei Jahrzehnten grundlegende Sanierungen. Zu den Problemen zählen üble Gerüche durch falsch verlegte Abwasserleitungen sowie immer wiederkehrende Undichtigkeiten in den Dächern. Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, bei früheren Entscheidungen das Design über die langfristige Haltbarkeit gestellt zu haben.

Seit 1999 nutzt der Bundestag seine Berliner Liegenschaften, doch nun zeigen sich weitreichende Folgen von Planungsfehlern bei der ursprünglichen Errichtung. Ein zentrales Problem sind horizontal verlegte SML-Abwasserrohre, die schneller korrodieren als vertikale Leitungen. Dadurch staut sich Abwasser, es bildet sich Schwefelsäure, und in Teilen des Reichstagsgebäudes sowie im Jakob-Kaiser-Haus hält sich ein beständiger Gestank.

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Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und Vorsitzender der Baukommission, bezeichnete die horizontale Verlegung der Rohre als "nicht besonders klug". Die Entscheidung war Teil eines übergeordneten Trends, bei dem während der Bauphase die Ästhetik Vorrang vor der Funktionalität hatte. Während die Gebäude selbst – darunter der vom Architekten Norman Foster umgestaltete Reichstag – unter Aufsicht von Bundesbehörden und großen Baufirmen entstanden, wurden die Rohrleitungen von separaten Subunternehmern mit standardisierten Gusseisen-Systemen verlegt. Andere Reparaturen, etwa die Behebung undichter Dächer, wurden zwar durchgeführt, gelten aber nur als provisorische Lösungen. Der Umfang der anstehenden Arbeiten ist enorm: Der Großteil des Parlamentsviertels muss in den kommenden Jahren grundlegend saniert werden.

Dem Bundestag steht nun ein langwieriger und kostspieliger Sanierungsmarathon bevor, um jahrzehntelange strukturelle Versäumnisse zu beheben. Da es keine einzige Instanz gab, die sowohl für den Bau als auch für die Leitungsverlegung zuständig war, kommt es nun auf eine abgestimmte Vorgehensweise an. Statt kurzfristiger Flickschusterei muss der Fokus auf nachhaltigen Lösungen für die Parlamentsgebäude Deutschlands liegen.