Sein Zuhause sind die Schienen: Ein Leben als Zugbegleiter ohne festen Wohnsitz
Hans Jürgen ZobelSein Zuhause sind die Schienen: Ein Leben als Zugbegleiter ohne festen Wohnsitz
Lasse Stolley lebt seit über drei Jahren in deutschen Zügen. Als Zugbegleiter bei TRI Train Rental verdient er fast 3.400 Euro im Monat und ist bundesweit im Einsatz. Sein Job hält ihn ständig in Bewegung – ein festes Zuhause gibt es für ihn nicht.
Sein Alltag besteht darin, Wagen zu kuppeln, Bremsen zu prüfen und Züge abfahrbereit zu machen. Sein Arbeitgeber übernimmt die Hälfte der Kosten für seine BahnCard 100, mit der er bis zu 1.000 Kilometer am Tag zurücklegen kann. Trotz der Anforderungen des Berufs lebt er aus dem Rucksack und wäscht seine Kleidung in den Waschbecken der DB Lounges.
Seine Reisen haben ihn weit über Deutschlands Grenzen hinausgeführt – unter anderem nach Transnistrien und Istanbul. Doch ausgerechnet in einer DB Lounge lernte er seine heutige Freundin kennen. Das nomadische Leben liegt ihm, auch wenn es bedeutet, nie lange an einem Ort zu bleiben.
Mit seinem Railpass und einem Job, der ihn ständig unterwegs hält, hat Stolley das Leben auf der Schiene zu seiner Vollzeit-Existenz gemacht. Seine Arbeit ermöglicht es ihm, verschiedene Städte zu erkunden, auch wenn er selten mehr als ein paar Nächte am selben Ort verbringt.
Sein Beruf als Zugbegleiter sichert ihm nicht nur ein Einkommen, sondern auch eine Lebensweise. Er ist auf Züge angewiesen – für die Arbeit, zum Reisen und sogar für Alltagsaufgaben. Vorerst bleiben die Schienen sein Zuhause, und an ein sesshaftes Leben denkt er nicht.






