Siemens Energy feuert Betriebsratskandidatin Isabella Paape – und löst damit einen Eklat aus
Jan StahrSiemens Energy feuert Betriebsratskandidatin Isabella Paape – und löst damit einen Eklat aus
Siemens Energy entlässt mit fristloser Kündigung von Betriebsratskandidatin Isabella Paape Empörung aus
Der Konzern steht in der Kritik, nachdem er Isabella Paape, Mitglied des Betriebsrats und Spitzenkandidatin der anstehenden Wahlen, kurzfristig entlassen hat. Gewerkschaften und Arbeitsrechtsexperten üben scharfe Kritik an dem Vorgehen und stellen dessen Rechtmäßigkeit infrage. Nur wenige Tage vor der Betriebsratswahl wirft der Streit nun einen Schatten auf den Wahlprozess.
Paape, die auf der Liste Gemeinsam aktiv kandidiert, wurde am 12. November 2025 überraschend fristlos entlassen. Ohne Begründung wurde ihr der Zutritt zu Unternehmensgelände verwehrt – ein Schritt, der den Verdacht nährt, ihre Entlassung solle gezielt ihre Wahlkampagne behindern. Arbeitsrechtler stufen die Entscheidung mittlerweile als rechtlich unwirksam ein und zweifeln an ihrer Fairness an.
Ein Nürnberger Gericht hatte ihr 2024 teilweise recht gegeben und eine vorläufige Wiedereingliederung an den Standorten Erlangen und Forchheim verfügt. Dennoch behindern anhaltende Einschränkungen ihrer digitalen Kommunikation weiterhin ihre Wahlvorbereitungen. Berichten zufolge soll ein Teil des Betriebsrats ihrer Entlassung zugestimmt haben, ohne ihr Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
Die IG Metall bezeichnete das Vorgehen als skandalös und organisiert für den 5. Februar 2026 eine Solidaritätskundgebung. Die Gewerkschaft fordert Siemens Energy auf, die Kündigung vor der Wahl am 3. März zurückzunehmen. Paape, die sich als Verfechterin der betrieblichen Mitbestimmung präsentiert, strebt weitere rechtliche Schritte an, darunter ein Kündigungsschutzverfahren.
Der Fall hat sich zu einem Prüffall für die Mitbestimmung in der deutschen Industrie entwickelt. Er zeigt, wie Unternehmen mit innerbetrieblicher Opposition umgehen – und ob Wahlbehinderungen Konsequenzen nach sich ziehen. Mit der bereits laufenden Abstimmung könnte das Ergebnis wegweisend für künftige Konflikte werden.