14 January 2026, 18:54

Söders Forderung nach weniger Bundesländern löst Streit über Deutschlands Zukunft aus

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit einer detaillierten Karte der Bundesrepublik Deutschland, einschließlich geografischer Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte, mit begleitendem historischem Text.

Schulze wehrt Söders Forderung nach Landesfusionen ab - Söders Forderung nach weniger Bundesländern löst Streit über Deutschlands Zukunft aus

Eine neue Debatte über die Zusammenlegung deutscher Bundesländer ist entfacht, nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Reform der 16 Bundesländer gefordert hat. Seine Argumentation: Größere Einheiten wären effizienter und finanziell stabiler. Doch bereits jetzt gibt es Widerstand – etwa von Sven Schulze, dem designierten Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts.

Schulze, der am 28. Januar sein Amt antreten und Reiner Haseloff ablösen wird, setzt stattdessen auf engere Zusammenarbeit mit Nachbarländern – allerdings ohne vollständige Fusionen.

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Söder hatte die Diskussion neu belebt, indem er einige Bundesländer als kaum noch tragfähig bezeichnete und auf ihre Abhängigkeit von Finanzhilfen anderer verwies. Bayern etwa zahlt jährlich Milliarden in den Länderfinanzausgleich ein. Zwar nannte Söder keine konkreten Länder für eine Zusammenlegung, doch auf Nachfrage führte er Berlin und Brandenburg als mögliches Beispiel an. Bereits 2024 hatte er zudem eine Fusion von Bremen und dem Saarland ins Spiel gebracht – betonte aber, dass es keine offiziellen Pläne gebe.

Die Idee ist nicht neu: Der letzte große Anlauf scheiterte 1996, als eine Volksabstimmung über die Vereinigung von Berlin und Brandenburg scheiterte. Nun haben Söders Äußerungen eine klare Reaktion von Sven Schulze provoziert, dem CDU-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt. Schulze, der am 28. Januar zum Ministerpräsidenten gewählt wird, lehnt Fusionen kategorisch ab. Stattdessen will er mit den Regierungschefs von Sachsen und Thüringen an gemeinsamen Verwaltungsstrukturen arbeiten. Sein Ansatz zielt auf pragmatische Kooperation – nicht auf die Neugliederung der Landesgrenzen. Die Initiative folgt auf den Rücktritt von Reiner Haseloff, der Sachsen-Anhalt seit 2011 regiert hatte.

Söders Forderung nach größeren Bundesländern unterstreicht die anhaltenden Spannungen im deutschen Finanzsystem und der regionalen Governance. Mit Schulzens Amtsantritt rückt die länderübergreifende Zusammenarbeit ohne Fusionen in den Fokus. Doch die Debatte wird voraussichtlich weitergehen, denn finanzielle Zwänge und administrative Effizienz bleiben zentrale Themen.