SPD und CDU bilden überraschend neue Koalition in Brandenburg
Hans Jürgen ZobelBrandenburgs Ungleiches Koalitionsduo: Woidke und Redmann - SPD und CDU bilden überraschend neue Koalition in Brandenburg
Brandenburgs politische Landschaft hat sich nach der jüngsten Wahl grundlegend verändert – weder SPD noch CDU verfügen über eine klare Mehrheit. Dietmar Woidke (SPD) und Jan Redmann (CDU), einst Teil einer Dreierkoalition, haben sich nun darauf verständigt, erneut gemeinsam zu regieren. Ihre Entscheidung folgt dem Scheitern des SPD-Bündnisses mit der BSW, das beide Spitzenpolitiker dazu zwang, Stabilität über parteipolitische Gräben zu stellen.
Woidke und Redmann arbeiteten bereits von 2019 bis 2024 in der sogenannten „Kenya-Koalition“ zusammen – einem Bündnis aus SPD, CDU und Grünen. Trotz ihrer unterschiedlichen Parteihintergründe pflegen die beiden ein pragmatisches Arbeitsverhältnis und wieseln gelegentliche Spekulationen über Spannungen zurück. Beide beschreiben sich als bodenständige Macher, die über die Parteigrenzen hinaus mit lokalen Akteuren im Dialog bleiben.
Der Wahlkampf war nicht ohne Turbulenzen: Redmann musste sich öffentlich zu einer Trunkenheitsfahrt äußern, während Woidke seine politische Zukunft an die Fähigkeit seiner Partei knüpfte, der rechtsextremen AfD etwas entgegenzusetzen. Als die SPD-Koalition mit der BSW Anfang 2026 zerbrach, wurde der Weg zu einer neuen Regierung ungewiss. Da keine Partei eine absolute Mehrheit errang, rückte eine Zweierlösung in den Fokus. Woidke verwies auf frühere Zusammenarbeit – etwa die CDU-Unterstützung bei der Rundfunkreform – als Beleg für gemeinsame Prioritäten. Die nun geschmiedete SPD-CDU-Koalition soll dem Land Kontinuität und Sicherheit garantieren.
Die neue Allianz bedeutet für Woidke und Redmann trotz unterschiedlicher Parteilinien eine Rückkehr zur bewährten Zusammenarbeit. Ihr Pakt beendet Monate der politischen Unsicherheit, wobei beide Stabilität als oberstes Ziel betonen. Das Bündnis wird Brandenburgs Kurs in den kommenden Jahren prägen.






