03 January 2026, 04:48

Streit um Hausarzt-Überweisungen: Patientenschützer warnen vor neuen Bürokratie-Fallen

Eine Gruppe von Menschen, darunter Männer und Frauen, sitzt einem Mann gegenüber, der an einem Rednerpult steht und in ein Mikrofon spricht, mit Fenstern im Hintergrund.

Patientenvertreter: Fachärzte müssen Befunde erklären - Streit um Hausarzt-Überweisungen: Patientenschützer warnen vor neuen Bürokratie-Fallen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Reformen, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Der Vorstandsvorsitzende Eugen Brysch kritisiert einen neuen Vorschlag, der Hausärzten mehr Kontrolle über Überweisungen zu Fachärzten einräumen soll. Er wirft dem Plan vor, unklar formuliert zu sein und Gefahr zu laufen, frühere Fehler zu wiederholen.

Die Ampelkoalition betont, das System werde Wartezeiten verkürzen und Terminvergaben effizienter gestalten. Doch Brysch warnt, dass zentrale Details noch ungeklärt seien – und bezweifelt, dass die versprochenen Vorteile tatsächlich eintreten werden.

Nach dem Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) müssten Patienten künftig für Facharztbesuche eine Überweisung des Hausarztes vorlegen. Ziel ist es, Verzögerungen abzubauen und die Versorgung zu optimieren. Brysch vergleicht das Vorhaben jedoch mit dem gescheiterten Heizungsgesetz der Ampel, das an Unklarheiten und mangelhafter Umsetzung zerbrach.

Ein weiteres Problem benennt er ebenfalls: Fachärzte würden Befunde oft nicht direkt mit den Patienten besprechen. Stattdessen übernähmen Hausärzte die Aufgabe, Diagnosen und Behandlungspläne zu erklären – ein unnötiger Umweg. Brysch fordert eine verbindliche Regelung, die Fachärzte verpflichtet, Patienten verständlich zu informieren, wie es auch Warkens eigene Leitlinien vorsehen.

Zudem übt der Stiftungschef scharfe Kritik am aktuellen Überweisungssystem. Hausärzte erhielten Gebühren für die Terminvermittlung bei Fachärzten, obwohl dieser Schritt keinen Mehrwert biete. Brysch verlangt die Abschaffung dieser Zahlungen, die er als "lukrative Einnahmequelle ohne Patientennutzen" bezeichnet.

Trotz der Regierungspläne für ein strukturierteres Vorgehen bleibt Brysch skeptisch. Er hinterfragt, ob die angekündigte "Termingarantie" in der Praxis funktionieren werde. Solange offene Fragen unbeantwortet blieben, fürchtet er, könnte das System mehr Probleme schaffen, als es löst.

Die Debatte um die hausarztgesteuerten Überweisungen dauert an. Brysch pocht auf klarere Regeln und eine bessere Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten. Sollte das Modell eingeführt werden, wäre dies eine grundlegende Veränderung des Zugangs zu Facharztbehandlungen in Deutschland. Sein Erfolg hängt jedoch davon ab, ob die von Kritikern genannten offenen Punkte gelöst werden.

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