23 January 2026, 14:37

Streit um LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Naturschutz gegen Energieprojekt

Ein Ziegelgebäude mit einem blauen Schild an der Seite, einer Röhre, die an der Wand entlangläuft, und ein paar Pflanzen, die darum herum wachsen.

Streit um LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Naturschutz gegen Energieprojekt

Der Stadtrat von Wilhelmshaven hat Pläne für ein dauerhaftes Flüssigerdgas-Terminal (LNG) im Naturschutzgebiet Voslapper Groden Nord genehmigt. Die Entscheidung sieht eine Herabstufung des Schutzstatus des Gebiets sowie eine Änderung des Flächennutzungsplans vor. Umweltverbände haben bereits rechtliche Schritte gegen das Vorhaben angekündigt.

Das Projekt steht wegen seiner ökologischen und sicherheitstechnischen Risiken in der Kritik. Befürchtet werden negative Klimafolgen sowie unklare Notfallprotokolle.

Im November erteilte die zuständige Landesbehörde eine Teilgenehmigung für den Bau des Terminals. Weitere Zulassungen sollen schrittweise folgen – ein Vorgehen, das Kritiker als Umgehung einer umfassenden Umweltprüfung anprangern. Umweltorganisationen wie Nabu, BUND und Deutsche Umwelthilfe werfen vor, dass diese stückweise Genehmigungspraxis gegen nationale, europäische und internationale Klimaschutzgesetze verstößt.

Das Vogelschutzgebiet Voslapper Groden droht durch das Terminal unwiderrufliche Schäden zu erleiden. Nach Angaben von Naturschützern könnten bedrohte Arten in der Region aussterben. Gleichzeitig bleiben Sicherheitsvorkehrungen für die Leitwarte des Terminals – insbesondere bei technischen Störungen oder externen Eingriffen – unklar.

Parallel treibt die German LNG Terminal GmbH eigene Pläne voran. Das Unternehmen will ab 2027 an einem dauerhaften Terminal in Brunsbüttel fossile Brennstoffe umschlagen. Ein Umstieg auf erneuerbare Energien ist frühestens für 2043 vorgesehen. Auch in Brunsbüttel gibt es Sicherheitsbedenken, nachdem in der Vergangenheit Drohnenüberflüge in der Nähe eines stillgelegten Atomkraftwerks für Alarm gesorgt hatten.

Rechtliche Auseinandersetzungen laufen bereits. Neben Umweltverbänden hat sich ein Stadtrat der Klage gegen den Wilhelmshavener Beschluss angeschlossen. Im Mittelpunkt steht die Umweltbelastung durch das Terminal sowie die mangelnde Berücksichtigung langfristiger Klimafolgen durch den Rat.

Trotz des Widerstands geht der Bau des LNG-Terminals in Wilhelmshaven mit den bereits erteilten Teilgenehmigungen voran. Gerichtsverfahren werden klären, ob das Projekt den Umweltauflagen entspricht. Falls fertiggestellt, wird das Terminal jahrelang betrieben, bevor ein möglicher Wechsel zu erneuerbaren Energien erfolgt. Umweltverbände fordern unterdessen strengere Kontrollen und warnen vor dauerhaften Schäden für geschützte Lebensräume und Arten.