Tödliches Cychlorphin breitet sich in Europa aus – fünf Tote in Großbritannien
Lissi StiebitzNeues Designer-Droge im Umlauf - Was Sie wissen müssen - Tödliches Cychlorphin breitet sich in Europa aus – fünf Tote in Großbritannien
Ein gefährliches synthetisches Opioid namens Cychlorphin steht in Verbindung mit mehreren Todesfällen in ganz Europa. Seit September 2023 haben Gesundheitsbehörden allein im Vereinigten Königreich mindestens fünf Todesopfer bestätigt. Das Mittel, das weit stärker als Heroin wirkt, taucht nun in neuen Formen auf – von E-Liquids bis hin zu Löschpapierblättchen – und löst Besorgnis über versehentliche Überdosen aus.
Der erste bekannte Todesfall im Zusammenhang mit Cychlorphin wurde Ende 2023 in Großbritannien verzeichnet. Bis Anfang 2026 hatten die National Crime Agency (NCA) und die UK Health Security Agency (UKHSA) fünf Todesfälle bestätigt, die auf die Droge zurückzuführen sind. Auch in Deutschland gab es Fälle, darunter ein Todesopfer in Karlsruhe, das mit gelben Tabletten in Verbindung gebracht wird.
Sechs Patienten in der Stadt berichteten von der Einnahme von Cychlorphin und beschrieben ein warmes, euphorisches Hochgefühl sowie ein Hin- und Herdämmern zwischen Bewusstsein und Bewusstlosigkeit. Doch die Wirkung kann schnell tödlich enden. Zu den Überdosierungssymptomen zählen gefährlich verlangsamte oder unregelmäßige Atmung, Bewusstlosigkeit und vollständiges Atemversagen – weit entfernt von den halluzinogenen Effekten von LSD, mit dem die Droge bereits verwechselt wurde.
Cychlorphin soll 50- bis 200-mal wirksamer sein als Heroin. Schon winzige Mengen im Mikrogramm-Bereich können lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. Im Gegensatz zu verschreibungspflichtigen Benzodiazepinen, bei denen Überdosen weniger akut verlaufen, birgt die Potenz von Cychlorphin ein hohes Risiko für versehentliche Vergiftungen. Die Behörden in Karlsruhe entdeckten die Substanz in Urinproben, einer beschlagnahmten E-Liquid-Flasche sowie auf Löschpapier – ein Hinweis darauf, dass sie in Formen verkauft wird, die andere Drogen imitieren.
Die Ermittlungen deuten auf einen einzelnen Händler hin, der die Droge in Karlsruhe vertrieben hat. Besonders gefährdet scheinen Nutzer ohne vorherigen Opioidkonsum sowie Personen zu sein, die "Blotter"-Drogen einnehmen und annehmen, es handele sich um LSD oder ähnliche Substanzen.
Da Cychlorphin nun in Tabletten, E-Liquids und auf Löschpapier auftritt, steigt die Gefahr unbeabsichtigter Überdosen. Gesundheitsbehörden warnen, dass selbst Erstkonsumenten aufgrund der extremen Wirksamkeit der Droge einem hohen Risiko ausgesetzt sind. Die Behörden beobachten die weitere Ausbreitung genau, während die Zahl der Todesopfer in Deutschland und Großbritannien ansteigt.