03 February 2026, 10:12

Union fordert radikale Rentenreform: Eintrittsalter 70 und massive Kürzungen geplant

Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebenem Text, wahrscheinlich ein Dokument aus der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen am unteren Rand.

Wirtschaftswissenschaftlerin Grimm offen für Sparvorschläge des Wirtschaftsrats der CDU - Union fordert radikale Rentenreform: Eintrittsalter 70 und massive Kürzungen geplant

Deutschlands Rentensystem steht vor harscher Kritik von Ökonomen und dem Wirtschaftsrat der Union. Ein am Sonntag veröffentlichter Bericht fordert weitreichende Reformen, darunter die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre und Kürzungen bei den Leistungen. Die Vorschläge zielen darauf ab, die öffentlichen Finanzen zu entlasten und das langfristige Wirtschaftswachstum zu stärken.

Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, unterstützte die Pläne. Sie warnte, dass die aktuellen Ausgaben und die hohen Sozialabgaben im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nicht mehr tragbar seien.

Der Wirtschaftsrat der Union skizzierte in seinem Sonntagspositionspapier grundlegende Änderungen: So soll die Mütterrente abgeschafft und die Rente mit 63 gestrichen werden. Stattdessen würde das reguläre Renteneintrittsalter schrittweise steigen – gekoppelt an die Lebenserwartung.

Der Bericht schlägt zudem vor, zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen. Arbeitslosengeld soll auf maximal ein Jahr begrenzt werden. Diese Kürzungen, so das Argument des Rates, würden den derzeit bei 32 Prozent liegenden, nicht mehr tragbaren Rentenbeitragssatz senken.

Grimm teilte die Bedenken hinsichtlich der Steuer- und Abgabenlast in Deutschland. Sie verwies darauf, dass diese mittlerweile die höchsten unter allen OECD-Ländern seien. Die Ökonomin betonte, dass ohne Reformen die steigenden Rentenkosten den Bundeshaushalt weiter belasten würden.

Über die Rentenpolitik hinaus drängt der Wirtschaftsrat auf umfassendere wirtschaftspolitische Maßnahmen: niedrigere Lohnsteuern, weniger Regulierung und mehr Investitionen in die Infrastruktur. Ziel ist es, die Finanzlast für Bund, Länder und Kommunen zu verringern und gleichzeitig das Wachstum anzukurbeln.

Die Vorschläge markieren einen Vorstoß für tiefgreifende strukturelle Veränderungen im deutschen Sozialsystem. Würden die Reformen umgesetzt, stiege das Renteneintrittsalter, Leistungen würden gekürzt und das System schrittweise auf ein kapitalgedecktes Modell umgestellt. Der Wirtschaftsrat der Union betont, dass diese Schritte notwendig seien, um die langfristige finanzielle Stabilität zu sichern.