Warnstreiks legen Nahverkehr in Deutschland lahm – 100.000 Beschäftigte betroffen
Hans Jürgen ZobelArbeitgeber: 35-Stunden-Woche nicht finanzierbar - Warnstreiks legen Nahverkehr in Deutschland lahm – 100.000 Beschäftigte betroffen
Öffentlicher Nahverkehr in Deutschland durch Warnstreiks lahmgelegt
Am 2. Februar 2026 kam es in ganz Deutschland zu massiven Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr, nachdem Warnstreiks bei rund 150 Verkehrsbetrieben in Städten und Kreisen die Arbeit niederlegten. Die von der Gewerkschaft Verdi organisierte Aktion ließ Busse und Straßenbahnen in den Depots stehen und betraf fast 100.000 Beschäftigte bundesweit. Besonders hart traf es Mecklenburg-Vorpommern, wo der Ausstand zu schweren Einschränkungen führte.
Betroffen waren vor allem lokale Verkehrsunternehmen in Großstädten und Regionen wie Berlin, Hamburg und Bremen. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich etwa 2.800 Mitarbeiter an dem Ausstand, wodurch rund 80 Prozent der Verbindungen ausfielen. Arbeitgeber in der Region warfen der Bundesführung von Verdi vor, die Streiks vorangetrieben zu haben – und nicht, wie sonst üblich, die örtlichen Gewerkschaftsvertretungen.
Kernpunkt des Konflikts ist die Forderung nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die kommunalen Arbeitgeber lehnen dies als unbezahlbar ab und vergleichen die Forderung mit einer effektiven Lohnerhöhung von elf Prozent. Die Verhandlungen stecken fest; die nächste Verhandlungsrunde für die nordöstliche Region ist für den 16. Februar in Rostock angesetzt.
Die Warnstreiks ließen Pendler im Stich und führten zu drastischen Einschränkungen im Verkehrsangebot. Da keine Einigung in Sicht ist, drohen bei weiterem Stillstand weitere Ausfälle. Das Treffen in Rostock wird zeigen, ob sich der Konflikt zuspitzt – oder ob doch noch ein Kompromiss gelingt.