05 February 2026, 10:50

Wartezeiten bei Fachärzten in NRW steigen auf Rekordniveau

Ein Kreisdiagramm mit "patientenorientierter Versorgung" in der Mitte, unterteilt in vier farbige Abschnitte, jeweils mit einer Beschreibung der Versorgung.

Wartezeiten bei Fachärzten in NRW steigen auf Rekordniveau

Patienten in Nordrhein-Westfalen müssen länger auf Facharzttermine warten – die Wartezeiten haben sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich verlängert. 2024 betragen sie für gesetzlich Versicherte im Durchschnitt 42 Tage, 2019 waren es noch 33 Tage. Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage suchen Ärzte und Gesundheitsbehörden nach Lösungen, um die Belastung des Systems zu verringern.

Die Situation in den Facharztpraxen hat sich verschärft, seit die Behandlungsfälle in der Region Nordrhein-Westfalen von etwa 67 Millionen im Jahr 2014 auf über 72 Millionen pro Jahr angestiegen sind. Als Hauptgründe für die Verzögerungen nennen die Gesundheitsbehörden den Mangel an Fachärzten, knappe Ressourcen und die wachsende Patientenzahl.

Dr. Justus Kreyer, Orthopäde in Düsseldorf, berichtet von Arbeitstagen mit bis zu zwölf Stunden, um die Nachfrage zu bewältigen. Trotz der hohen Arbeitsbelastung erhalten die meisten Patienten seiner Praxis innerhalb von drei Tagen einen Termin, jeder siebte werde noch am selben Tag behandelt. Zwar hätten Privatpatienten eigene Sprechstundenzeiten, doch die Unterschiede in den Wartezeiten zwischen privat und gesetzlich Versicherten seien nicht extrem, so Kreyer.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein-Westfalen hat Maßnahmen vorgeschlagen, um die Wartezeiten zu verkürzen – darunter eine bessere Priorisierung der Patienten, der Ausbau von Telemedizin-Angeboten und die Einstellung zusätzlichen Personals. Doch da die Fallzahlen weiter steigen, bleibt die Herausforderung für Ärzte und Patienten bestehen.

Aktuell beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf einen Facharzttermin in Nordrhein-Westfalen sechs Wochen – ein deutlicher Anstieg seit 2019. Zwar könnten effizientere Terminvergaben und mehr Personal Abhilfe schaffen, doch das System steht weiterhin unter Druck durch die wachsende Nachfrage. Bis auf Weiteres müssen sich Patienten gedulden, während die Ärzte versuchen, die Arbeitslast zu bewältigen.