Wegners Tennis-Session während des Blackouts: Berliner Bürgermeister unter Rücktrittsdruck
Lissi StiebitzKann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Session während des Blackouts: Berliner Bürgermeister unter Rücktrittsdruck
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während Stromausfalls unter Rücktrittsdruck
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sieht sich wachsenden Forderungen nach seinem Rücktritt ausgesetzt, nachdem er während eines großflächigen Stromausfalls Anfang Januar 2026 Tennis gespielt hat. Der Blackout hatte rund 100.000 Haushalte ohne Strom zurückgelassen – doch nur wenige Stunden nach Beginn der Krise fand Wegner Zeit für ein Match auf dem Platz. Politische Gegner nutzen den Vorfall nun gnadenlos aus und haben daraus eine hitzige Debatte über seine Führungskompetenz gemacht.
Der Stromausfall hatte am Samstagmorgen weite Teile der Stadt lahmgelegt. Noch am frühen Nachmittag stand Wegner etwa eine Stunde lang auf dem Tennisplatz. Später erklärte er, den gesamten Tag über habe er von seinem Homeoffice aus die Krisenbewältigung koordiniert. Erwähnung fand weder das Tennisspiel noch eine Mittagspause in seinen öffentlichen Stellungnahmen.
Die Stromversorgung wurde bereits einen vollen Tag früher als geplant wiederhergestellt, schwere Verletzungen blieben aus. Notfallsysteme funktionierten wie vorgesehen, und besonders schutzbedürftige Gruppen erhielten zügig Hilfe. Einsatzkräfte betrachten Besuche von Spitzenpolitikern während Krisen jedoch oft als störende Ablenkung statt als echte Unterstützung. Die politischen Folgen ließen nicht lange auf sich warten: AfD, FDP und BSW forderten Wegners sofortigen Rücktritt. Die Linke, die Grünen und die SPD kritisierten sein Verhalten scharf, zogen aber keine persönlichen Konsequenzen daraus.
Fachleute wiesen darauf hin, dass das Berliner Stromnetz nicht anfälliger sei als das anderer deutscher Großstädte. Dennoch verlagerte sich die Diskussion weg von infrastrukturellen Fragen – stattdessen rückte Wegners persönliches Verhalten in den Mittelpunkt. Kritiker warfen ihm mangelndes Gespür für die Lage vor, während Unterstützer betonten, die Krise sei letztlich professionell gemeistert worden. Der Streit zeigt einmal mehr, wie politische Auseinandersetzungen oft Stilfragen über sachliche Inhalte stellen und Gegner selbst kleine Fehltritte skrupellos instrumentalisieren.
Zwar wurde der Stromausfall effizient behoben und die Auswirkungen hielten sich in Grenzen, doch der Vorfall hat Wegners Führungskraft nachhaltig in Frage gestellt. Während die politische Opposition weiter auf seinen Rücktritt drängt, offenbart die Affäre auch, wie schnell persönliches Verhalten im Amt technische Erfolge in den Hintergrund drängen kann.






