17 January 2026, 16:10

Wie ein betrunkener Schiedsrichter Bremen mit Malteser-Likör berühmt machte

Ein Schiedsrichter spricht mit einem Fußballspieler auf dem Feld, umgeben von einer Gruppe von Menschen, mit einer Tafel, Stühlen und einer Treppe im Hintergrund.

Wie ein betrunkener Schiedsrichter Bremen mit Malteser-Likör berühmt machte

Ein kurioser Fußball-Vorfall im Jahr 1975 machte Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder zur lokalen Legende in Bremen. Während eines Bundesliga-Spiels zwischen Werder Bremen und Hannover 96 sorgten sein unberechenbares Gebaren und eine auf das Feld fliegende Flasche Malteser-Likör für eine Tradition, die bis heute lebendig ist.

Die Geschichte begann im Weser-Stadion, wo Ahlenfelders ungewöhnliches Verhalten – sowohl vor als auch während der Partie – Spieler und Fans gleichermaßen verblüffte. Jahrzehnte später ist die Anekdote ein fester Bestandteil der Fußball-Folklore, komplett mit einer nach ihm benannten Kneipe und einem besonderen Getränk: dem „Ahlenfelder“.

Schon vor dem Anpfiff gab der Unparteiische Anlass zu Zweifeln. Werder Bremens Kapitän Horst-Dieter Höttges stellte ihn zur Rede, überzeugt davon, dass der Schiedsrichter betrunken sei. Vereinsmitarbeiter versuchten daraufhin, Ahlenfelder mit einer kalten Dusche und einer Einreibung mit Wick VapoRub wieder nüchtern zu bekommen. Später gab der Schiedsrichter zu, vor dem Spiel ein Bier und einen Malteser-Likör getrunken zu haben.

Auf dem Platz wurde sein Verhalten immer skurriler: Er verzog das Gesicht, streckte die Zunge heraus und knurrte Trainer an. In der 32. Minute pfiff er irrtümlich zur Halbzeit – später schob er die Schuld auf eine defekte Uhr. Doch das Chaos war damit nicht beendet: In der zweiten Halbzeit warf ein Fan eine Flasche Malteser-Likör aufs Feld und bescherte der Partie ihren Platz in den Geschichtsbüchern. Trotz des Tumults entwickelte sich Ahlenfelder zu einem der angesehendsten Schiedsrichter Deutschlands und leitete 106 Bundesliga-Spiele. Sein Ruf als „lustigster Unparteiischer der Liga“ blieb haften – nicht zuletzt dank Werder Bremens amüsiertem Präsidenten Franz Böhmert und Sportjournalisten, die die Geschichte liebevoll weitererzten. Sogar eine Kneipe in der Nähe des Weser-Stadions nahm seinen Namen an. Die Schiedsrichterkollegin Ingeborg Reinhardt, die den Flaschenwurf miterlebte, wurde später selbst als „lustigste Schiedsrichterin der Liga“ bekannt.

Unterdessen hält sich in Bremen seit 50 Jahren die Tradition, einen „Ahlenfelder“ zu bestellen – ein Bier mit einem Shot Malteser-Likör –, stets begleitet von Lachen und dem erneuten Erzählen jenes denkwürdigen Tages.

Das Spiel von 1975 bleibt ein skurriler Meilenstein der deutschen Fußballgeschichte. Ahlenfelders Kapriolen, die fliegende Likörflasche und die daraus entstandenen Bräuche halten die Erinnerung wach – bis heute. In Bremen bringt der Name „Ahlenfelder“ noch immer ein Schmunzeln ins Gesicht, ob beim Bestellen des gleichnamigen Drinks oder beim Vorbeigehen an der Kneipe, die seinen Namen trägt.

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