Wie Hilfsorganisationen das Prepaid-Kartensystem für Asylsuchende austricksen
Albertine StollGeld für Asylbewerber von Verein in Greifswald - Wie Hilfsorganisationen das Prepaid-Kartensystem für Asylsuchende austricksen
Prepaid-Kartensystem für Asylsuchende: Hilfsorganisationen umgehen Nutzungsbeschränkungen
Seit 2025 wird in Deutschland flächendeckend ein Prepaid-Kartensystem für Asylbewerber eingesetzt, um die Finanzhilfen zu vereinfachen und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. In Mecklenburg-Vorpommern läuft das System seit dem Sommer in vollem Umfang – bereits über 7.000 Karten wurden ausgegeben. Doch eine lokale Initiative hilft Asylsuchenden nun dabei, die Beschränkungen des Systems zu umgehen, indem sie Gutscheine in Bargeld umwandelt.
Die neue Karte soll den Zugang zu Bargeld einschränken und verhindern, dass Geld ins Ausland überwiesen wird. Nutzer können lediglich 50 Euro pro Monat abheben, Überweisungen oder Online-Einkäufe sind nicht möglich. Das Innenministerium in Schwerin betont, es gebe keine Belege für einen flächendeckenden Missbrauch.
Doch in Greifswald tauscht der Verein Greifswald Hilft im Handel erworbene Gutscheine gegen Bargeld um. Ein stellvertretender Vorsitzender bestätigte die Praxis und argumentierte, das Kartensystem selbst sei verfassungswidrig. Die Vorwürfe eines systematischen Umgehens der Regeln waren zunächst von der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl erhoben worden.
Die Einführung der Karte folgte einer bundesweiten Initiative zur Vereinfachung der Unterstützungszahlungen. Kritiker monieren jedoch, dass die Einschränkungen Asylsuchende daran hindern, grundlegende Bedürfnisse zu decken – was zu Umgehungslösungen wie dem Gutscheintausch führe.
Das Prepaid-Kartensystem bleibt vorerst bestehen, während die Behörden seine Nutzung überwachen. Gleichzeitig bieten Gruppen wie Greifswald Hilft weiterhin Bargeldumtausch an und stellen damit die beabsichtigten Grenzen des Systems infrage. Über 7.000 Asylsuchende in der Region sind mittlerweile auf die Karten angewiesen, doch die langfristigen Auswirkungen sind noch offen.






