Schülerwettbewerb beleuchtet deutsch-kasachische Geschichte durch junge Perspektiven
Lissi StiebitzSchülerwettbewerb beleuchtet deutsch-kasachische Geschichte durch junge Perspektiven
Ein binationaler Schülerwettbewerb hat die gemeinsame Geschichte und die kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und Kasachstan in den Fokus gerückt. Die Veranstaltung regte junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu an, sich mit dem Erbe der deutschen Gemeinschaften in Kasachstan auseinanderzusetzen. Organisiert wurde der Wettbewerb von mehreren Institutionen, darunter das Innenministerium und die öffentliche Stiftung „Verband der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“.
Ziel des Wettbewerbs war es, das Verständnis für die komplexe Geschichte der Russlanddeutschen zu vertiefen – eine Geschichte, die von Verfolgung geprägt ist, zunächst in der Sowjetunion und später in Deutschland. Trotz offizieller Verbote bewahrten viele Familien ihre Traditionen und Identität über Generationen hinweg im Geheimen.
Die 16-jährige Fiora Marte, Schülerin des Elisabeth-Selbert-Gymnasiums, gewann den Hauptpreis für ihren Podcast. In ihrem Projekt verdichtete sie die Geschichte Kasachstans zu einem siebenminütigen Hörstück. Darin kamen Zeitzeugen zu Wort, die von den Entbehrungen der deutschen Gemeinschaften berichteten – von Zwangsarbeit und den harten Lebensbedingungen, wie sie auch in Alexander Krylows Buch beschrieben werden.
Martes Perspektive wurde maßgeblich von ihrem Geschichtslehrer Andreas Fuchs geprägt, einem ehemaligen Landsmann aus Almaty. Die prämierten Arbeiten werden bald im Foyer des Stuttgarter Innenministeriums ausgestellt. Unterstützung erhielt der Wettbewerb zudem vom „Haus der Heimat Baden-Württemberg“.
Fiora Martes Podcast wird zusammen mit anderen herausragenden Beiträgen in Stuttgart präsentiert. Der Wettbewerb hat eine Geschichte des Durchhaltevermögens und der kulturellen Bewahrung ins Licht gerückt. Die Organisatoren hoffen, dass er weiteres Interesse an der gemeinsamen Vergangenheit Deutschlands und Kasachstans weckt.
