Rekordzahl freiwilliger Ausreisen – doch jede zweite geplante Abschiebung scheitert

Albertine Stoll
Albertine Stoll
2 Min.
Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einer Plakate, auf der "Abolish Borders, Abolish Frontiers, Put an End to Deportations, Freedom of Movement 4 Everyone" steht, durch eine Straße, mit Gebäuden, Bäumen und Fahrrädern an der Straße und einer bewölkten Himmelüber.Albertine Stoll

Anzahl der Asylsuchenden in Sachsen deutlich gesunken - Rekordzahl freiwilliger Ausreisen – doch jede zweite geplante Abschiebung scheitert

2025 verzeichnete Deutschland einen Rekord an freiwilligen Ausreisen von abgelehnten Asylbewerbern – während die Ankünfte in Sachsen zum zweiten Mal in Folge stark zurückgingen. Innenminister Armin Schuster (CDU) bezeichnete die Entwicklung als Beleg für einen "Wandel in der Asylpolitik", bei dem die konsequentere Durchsetzung von Abschiebungen nun Priorität habe.

Im Jahr 2025 verließen 1.588 abgelehnte Asylsuchende Deutschland aus eigener Initiative – die höchste jemals registrierte Zahl. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber 950 freiwilligen Rückkehren im Jahr 2024 dar. Gleichzeitig führte die Behörde 917 Abschiebungen durch, doch 64 Prozent der geplanten Maßnahmen scheiterten, weil die Betroffenen sich zuvor der Beobachtung entzogen hatten.

In Sachsen brach die Zahl der Asylanträge erneut stark ein – zum zweiten Mal in Folge halbierte sie sich. 2025 beantragten nur noch 5.189 Menschen Schutz im Freistaat, nach 10.120 im Jahr 2024 und 23.120 im Jahr 2023. Schuster führte den Rückgang auf die verschärfte Asylpolitik zurück und forderte weitere Schritte, um Abschiebungen zu beschleunigen.

Um den Druck auf Ausreisepflichtige zu erhöhen, schlug Schuster vor, reguläre Haftplätze für Abschiebehaft zu nutzen. Zudem verlangte er, Fluggesellschaften gesetzlich zu verpflichten, ausreichend Kapazitäten für die Rückführung abgelehnter Asylbewerber bereitzustellen. Trotz des allgemeinen Rückgangs suchten 5.942 Ukrainerinnen und Ukrainer 2025 in Sachsen Schutz – ein Anstieg gegenüber 1.912 im Vorjahr, der die anhaltenden Folgen des russischen Angriffskriegs widerspiegelt.

Der steile Rückgang der Asylanträge in Sachsen fällt mit dem Anstieg freiwilliger Ausreisen und verschärfter Abschiebebemühungen zusammen. Während die Behörden auf effizientere Rückführungen drängen, rückt nun die Umsetzung bestehender Abschiebebeschlüsse und die Verringerung gescheiterter Abschiebungen in den Fokus.

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