SPD in Schleswig-Holstein will Ehegattensplitting durch Familiensplitting ersetzen
Nord-SPD fordert Reform der Ehegattensplitting - SPD in Schleswig-Holstein will Ehegattensplitting durch Familiensplitting ersetzen
Forderungen nach Reform des Ehegattensplittings – SPD in Schleswig-Holstein will Familiensplitting einführen
Das deutsche System der gemeinsamen Besteuerung von Ehepaaren, das Ehegattensplitting, steht erneut vor Reformforderungen. Die SPD-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein setzt sich für dessen Ersatz durch ein Familiensplitting-Modell ein. Ziel des Vorschlags ist es, finanzielle Hürden für erwerbstätige Frauen abzubauen und Familien mit Kindern besser zu unterstützen.
Kritiker argumentieren, dass das aktuelle System, das 1958 eingeführt wurde, nicht mehr zu modernen Familienstrukturen passe. Damals war es auf traditionelle Rollenbilder ausgelegt, bei denen ein Partner in der Regel vollzeitbeschäftigt war, während der andere den Haushalt führte.
Die finanzpolitische Sprecherin der SPD, Beate Raudies, bemängelt, dass das bestehende Modell ungerechte Anreize schaffe. Es begünstige große Einkommensunterschiede zwischen Partnern und halte Frauen häufig davon ab, in Vollzeit zu arbeiten. Stattdessen solle das Steuerrecht stärker auf Kinder ausgerichtet werden.
Beim vorgeschlagenen Familiensplitting würde die Steuerentlastung gleichmäßig für alle Kinder gelten – unabhängig vom Familienstand der Eltern. Davon würden insbesondere Alleinerziehende sowie Haushalte mit niedrigem bis mittlerem Einkommen profitieren. Zudem sind deutliche Steuersenkungen für jedes weitere Kind vorgesehen, um die finanzielle Belastung größerer Familien zu verringern.
Wirtschaftsforschungsinstitute wie das DIW und das IW hatten bereits Reformen angeregt, um eine gleichberechtigte Verteilung von Care-Arbeit und die Aufnahme von Vollzeitarbeit zu fördern. Der Vorstoß der SPD markiert nun einen konkreten politischen Schritt zur Änderung des seit Langem bestehenden Systems. Die Partei drängt die Landesregierung in Schleswig-Holstein, sich auf Bundesebene für die Reform einzusetzen.
Würde das Familiensplitting eingeführt, verschöbe sich die Steuerentlastung von der Ehe hin zur Elternschaft. Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern hätten spürbar mehr Geld zur Verfügung. Zudem entfielen finanzielle Nachteile für Zweitverdiener – oft Frauen –, die ihre Arbeitszeit erhöhen möchten.
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