Sicherheitslücken im Nahverkehr: Jeder Vierte fühlt sich in Bussen und Bahnen unwohl

Lissi Stiebitz
Lissi Stiebitz
2 Min.
Ein Schild an einer Zugtür, auf dem steht: "Sie müssen auf öffentlichen Verkehrsmitteln eine Gesichtsbedeckung tragen, es sei denn, Sie sind ausgenommen oder riskieren eine Abweisung oder eine Geldbuße", mit einem Glasfenster auf der rechten Seite.Lissi Stiebitz

Einer von Vier fühlt sich auf Bus und Zug unsicher - Sicherheitslücken im Nahverkehr: Jeder Vierte fühlt sich in Bussen und Bahnen unwohl

Eine aktuelle Wahlumfrage hat wachsende Bedenken hinsichtlich der Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr in ganz Deutschland offenbart. Die Ergebnisse kommen nur wenige Wochen, nachdem ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz Forderungen nach strengeren Sicherheitsmaßnahmen ausgelöst hatte. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen drängen nun auf dringende Reformen, um den Schutz von Fahrgästen und Personal zu verbessern.

Die Wahlumfrage zeigt deutliche Unterschiede in den Erfahrungen: Jüngere Fahrgäste und Frauen berichten häufiger von Unsicherheitsgefühlen und Vorfällen als ältere oder männliche Reisende.

Anfang Februar 2026 war ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz bei einem Angriff tödlich verletzt worden. Der Vorfall veranlasste Nordrhein-Westfalen, auf einem Sicherheitssippen der Deutschen Bahn in Berlin umgehend Maßnahmen zu fordern. Zu den Vorschlägen gehörten verpflichtende Zweier-Teams für Zugpersonal, klarere Regelungen zum Einsatz von Bodycams, bessere Alarmsysteme und mehr Sicherheitskräfte auf den Strecken.

Die neue Wahlumfrage unterstreicht das Ausmaß des Problems: Über ein Viertel der Befragten – 27 % – gab an, sich in Bussen oder Zügen unsicher zu fühlen, selbst ohne direkte Belästigung oder Bedrohung. Weitere 5 % waren bereits bedroht worden, 4 % hatten körperliche Angriffe erlebt. 16 % der Teilnehmenden berichteten von verbaler Belästigung.

Auch die Beobachtung von Vorfällen war weit verbreitet: 17 % der Befragten hatten miterlebt, wie andere angegriffen, bedroht oder belästigt wurden. Jüngere Fahrgäste unter 40 Jahren berichteten häufiger von negativen Erlebnissen als ältere Reisende. Frauen fühlten sich zudem deutlich öfter unsicher als Männer.

Trotz dieser Sorgen gaben 29 % der Befragten an, noch nie Probleme im öffentlichen Verkehr gehabt zu haben. Gleichzeitig vermeiden 25 % Busse und Bahnen komplett – ein Zeichen für das schwindende Vertrauen in das System.

Die Wahlumfrageergebnisse verdeutlichen den dringenden Bedarf an mehr Sicherheit im Nahverkehr. Sollten die Vorschläge Nordrhein-Westfalens umgesetzt werden, könnten sie zentrale Anliegen von Fahrgästen und Personal angehen. Angesichts der Tatsache, dass bereits ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung auf Züge und Busse verzichtet, könnte das Ergebnis dieser Debatten die zukünftigen Reisegewohnheiten im Land prägen.

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