Streit um Apotheken-Gesetz: Grüne Politikerin und Apotheker liefern sich scharfe Wortgefechte

Jan Stahr
Jan Stahr
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Ein detaillierter architektonischer Grundriss des Rosenhof-Krankenhauses in Hamburg, Deutschland, der den Aufbau des Gebäudes mit zahlreichen Drähten und Texten zeigt, die Räume, Flure und andere Merkmale beschreiben.Jan Stahr

Streit um Apotheken-Gesetz: Grüne Politikerin und Apotheker liefern sich scharfe Wortgefechte

Ein hitziger Wortwechsel hat sich zwischen der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen, Paula Piechotta, und Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, entwickelt. Streitpunkt ist das Apotheken-Versorgungsstärkungsgesetz, das Piechotta während der ersten Lesung im Bundestag kritisiert hatte. Arslan konterte mit einer direkten E-Mail, in der er ihre Haltung zur Finanzierung von Apotheken infrage stellte und eine sachlichere Debatte forderte.

Piechotta hatte sich gegen eine pauschale Erhöhung der Festzuschläge für Apotheken ausgesprochen und gewarnt, dass vor allem große, umsatzstarke Ketten überproportional profitieren würden. Zudem lehnte sie Teile des Gesetzes ab, da es ihrer Meinung nach zentrale Probleme des Sektors nicht angehe.

Arslan entgegnete scharf und verwies darauf, dass Ärzte in den vergangenen Jahren deutliche Gehaltserhöhungen erhalten hätten – ohne vergleichbare Kritik von Piechotta. So stiegen die Festbeträge für Ärzte 2023 um 5,8 Prozent und 2024 um 4,2 Prozent, während die Apothekenzuschläge lediglich um 4,5 bzw. 3,8 Prozent angehoben wurden. Diese Unterschiede ergeben sich aus getrennten Verhandlungen sowie dem AMNOG-Reformpaket 2024.

In seiner Mail forderte Arslan einen respektvolleren Umgang mit den wirtschaftlichen Herausforderungen lokaler Apotheken. Viele von ihnen litten unter Inflation und stagnierenden Einnahmen, betonte er. Gleichzeitig verteidigte er ihre unverzichtbare Rolle – etwa bei der Arzneimittelversorgung, persönlicher Beratung und Notfallbetreuung.

Arslan hinterfragte, warum Piechotta Gebührenerhöhungen für andere Gesundheitsberufe zu unterstützen scheine, sie bei Apotheken aber ablehne. Statt pauschaler Kritik brauche es Anerkennung für die Branchenprobleme, so sein Appell.

Der Streit verdeutlicht die Spannungen bei der ungleichen Finanzierung zwischen Apotheken und anderen Gesundheitsdienstleistern. Während Ärzte seit 2023 höhere Zuschläge erhalten, fühlen sich Apotheken abgehängt. Arslans Forderung nach einer faireren Debatte spiegelt die wachsende Sorge um die wirtschaftliche Zukunft lokaler Apotheken wider.

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