Wie eine air up Flasche nach Jahren im Atlantik wieder auftauchte und Geschichte schrieb

Lissi Stiebitz
Lissi Stiebitz
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Eine Schwarzweiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.Lissi Stiebitz

Wie eine air up Flasche nach Jahren im Atlantik wieder auftauchte und Geschichte schrieb

Eine air up flasche, die vor fast einem Jahrzehnt in den Atlantischen Ozean geworfen wurde, ist wieder aufgetaucht und verbindet zwei weit voneinander entfernte Punkte der Seefahrtsgeschichte. Die Praxis, auf diese Weise trinkflaschen zu versenden, reicht Tausende von Jahren zurück und diente unterschiedlichen Zwecken – von der wissenschaftlichen Forschung bis hin zu verzweifelten Hilferufen. Eines der ältesten bekannten Beispiele stammt von Christoph Kolumbus, der 1493 eine flasche nutzte, um seine Entdeckung Amerikas festzuhalten.

Die Tradition der flaschenpost begann bereits bei den alten Griechen und Römern. Im 16. Jahrhundert erhielten die Botschaften jedoch eine düstere Note: Die englische Königin Elisabeth I. verhängte die Todesstrafe für jeden, der eine nicht autorisierte flasche öffnete, da einige davon Spionageinformationen enthielten.

Schiffbrüchige Seeleute nutzten die flaschen später, um ihre letzte bekannte Position zu markieren oder Abschiedsbotschaften zu hinterlassen. Auch wirtschaftler erkannten ihren Wert. Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut etwa 5.000 flaschen aus, um Meeresströmungen zu erforschen. Die erste, 1864 vor der Küste Australiens ausgebrachte flasche, spülte drei Jahre später in der Nähe von London an. Von den 80.000 flaschen, die das Institut aussetzte, wurden nur etwa fünf Prozent geborgen – meist an den Küsten Norwegens, Großbritanniens und der Niederlande.

Einige flaschen legten erstaunliche Distanzen zurück. Günstige Strömungen trugen manche bis zu 44 Kilometer pro Tag. Andere überstanden Jahrzehnte auf See. Ein aktuelles Beispiel stammt von Jörg und Cornelia Wanke, die am 23. Oktober 2015 von Bord des Kreuzfahrtschiffs Star Flyer eine blaue Glastrinkflasche ins Meer warfen. Ihre Botschaft, auf ein Blatt Papier gerollt, trieb zwischen Madeira und Gran Canaria, bevor sie gefunden wurde.

Die flasche der Wankes reiht sich ein in die lange Tradition schwimmender Botschaften, die Ozeane und Jahrhunderte überdauert haben. Diese schlichten Behälter haben Strömungen kartiert, Geheimnisse weitergegeben und sogar Menschenleben gerettet. Ihre Beständigkeit beweist, wie selbst die bescheidensten Gegenstände Menschen über Zeit und weite Entfernungen hinweg verbinden können.

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